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Witwenrente 2026: Mehr Geld durch Rentenerhöhung, doch Freibetrag limitiert den Hinzuverdienst

28. Mai 2026

Witwenrenten steigen, Anrechnung von Zusatzeinkünften bleibt geregelt

Zum 1. Juli 2026 werden alle gesetzlichen Renten in Deutschland um 4,24 Prozent angehoben. Davon profitieren auch die mehr als fünf Millionen Bezieherinnen und Bezieher von Witwenrenten und Witwerrenten. Die Anpassung erfolgt automatisch, ein Antrag ist nicht erforderlich. Gleichzeitig gelten ab Juli neue, bundeseinheitliche Freibeträge für zusätzliches Einkommen, die über die Höhe der Kürzung entscheiden.

Kurz zusammengefasst

  • Erhöhung: Witwenrenten steigen ab Juli 2026 um 4,24 Prozent.
  • Neuer Freibetrag: Das pauschalierte Nettoeinkommen ist bis zu 1.122,53 Euro monatlich anrechnungsfrei.
  • Anrechnung: Einkommen oberhalb des Freibetrags wird zu 40 Prozent auf die Hinterbliebenenrente verrechnet.
  • Berechnung: Das pauschalierte Nettoeinkommen wird je nach Einkunftsart durch feste Prozentsätze aus dem Brutto ermittelt.

Wie der Freibetrag zustande kommt

Der Freibetrag für zusätzliches Einkommen entspricht dem 26,4-Fachen des aktuellen Rentenwerts. Ab Juli 2026 liegt der einheitliche Rentenwert bei 42,52 Euro, was den monatlichen Freibetrag von 1.122,53 Euro ergibt. Für waisenrentenberechtigte Kinder erhöht sich der Freibetrag pro Kind um das 5,6-Fache des Rentenwerts; das sind ab Juli 2026 monatlich zusätzlich 238,11 Euro pro Kind.

Beispiele zur Veranschaulichung

Ohne Kind: Hat eine Witwe ein pauschaliertes Nettoeinkommen von 1.300 Euro, liegt der Überschuss bei 177,47 Euro. Davon werden 40 Prozent, also 70,99 Euro, auf die Hinterbliebenenrente angerechnet.

Mit einem Kind: Bei einem pauschalierten Nettoeinkommen von 1.500 Euro und einem Freibetrag von 1.360,64 Euro (Grundfreibetrag plus Kind), ergibt sich ein übersteigender Betrag von 139,36 Euro. Hiervon werden 40 Prozent, also 55,74 Euro, angerechnet.

Was gilt als pauschaliertes Nettoeinkommen

Die Deutsche Rentenversicherung arbeitet mit pauschalen Abzügen, um das Netto aus verschiedenen Einkunftsarten zu ermitteln. Typische Pauschalen sind:

  • Arbeitnehmer: rund 40 Prozent Abzug vom Brutto
  • Selbstständige: rund 30 bis 40 Prozent Abzug
  • Vermietung und Verpachtung: rund 25 Prozent Abzug
  • Kapitalerträge: rund 25 Prozent Abzug

Entscheidend ist das pauschalierte Nettoeinkommen, nicht der tatsächliche Betrag auf dem Konto.

Besonderheit Minijob

Bei Minijobs ist Vorsicht geboten. Ist der Minijob rentenversicherungspflichtig, gilt der 40-prozentige Abzug zur Ermittlung des pauschalierten Nettoeinkommens. Ein voller Minijob mit aktuellem Bruttolohn von 603 Euro würde damit als 361,80 Euro pauschaliertes Nettoeinkommen gelten. Werden Freibeträge bereits durch die eigene Rente aufgebraucht, kann ein solcher Minijob die Hinterbliebenenrente merklich reduzieren.

Ist der Minijob nicht rentenversicherungspflichtig, setzt die Rentenversicherung häufig brutto gleich netto an. In diesem Fall drohen deutlich höhere Anrechnungen und damit größere Rentenkürzungen.

Praktische Hinweise für Betroffene

  • Die Rentenerhöhung wird automatisch berücksichtigt, ein Antrag ist nicht nötig.
  • Wer Einkünfte erzielt, sollte vor Aufnahme einer Beschäftigung prüfen, ob die Rentenversicherungspflicht des Jobs besteht und wie sich das pauschalierte Nettoeinkommen auswirkt.
  • Bei Unsicherheiten lohnt sich eine Beratung durch die Deutsche Rentenversicherung oder unabhängige Rentenberater, um finanzielle Nachteile zu vermeiden.

Die Regelungen sind bundesweit einheitlich und gelten für alle Versicherten in Deutschland. Betroffene sollten ihre individuelle Situation prüfen, denn schon kleine Zuverdienste können die Hinterbliebenenrente spürbar beeinflussen.

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