Wer am meisten läuft im Beruf Service, Pflege und Haushalt führen die Liste an
Service, Pflege und unbezahlte Alltagsarbeit bringen die meisten Schritte
Viele Menschen kennen das Ziel von 10 000 Schritten pro Tag aus Fitnessuhren und Gesundheitstipps. Doch wie viel Bewegung steckt tatsächlich im Arbeitsalltag Eine kleine Auswertung, die von Healthline aufgegriffen wurde, zeigt eindrücklich, wie stark sich Berufe in ihrem täglichen Laufpensum unterscheiden.
Die hier zitierten Durchschnittswerte stammen aus einer kleineren australischen Erhebung von 2012. Sie geben keine repräsentative Berufsstudie wieder, liefern aber eine anschauliche Rangliste der gemessenen Schritte pro Tag:
- Kellnerin oder Kellner 22 778 Schritte
- Pflegekraft / Nurse 16 390 Schritte
- Einzelhandelskraft 14 660 Schritte
- Landwirtin oder Landwirt 14 037 Schritte
- Stay at home parent 13 813 Schritte
Der Spitzenplatz für Servicekräfte überrascht kaum: ständiges Hin und Her zwischen Küche, Theke und Gästen summiert sich schnell. Auffällig ist vor allem der Abstand zu sitzlastigen Berufen. Zwischen Platz 1 und Platz 10 liegen in der genannten Liste mehr als 16 000 Schritte pro Tag.
Warum Platz 5 oft unterschätzt wird
Besonders bemerkenswert ist der fünfte Rang. Eltern oder Betreuungspersonen, die zuhause die Kinderbetreuung und den Haushalt organisieren, kommen im Alltag oft auf erstaunlich viele Schritte. Einkauf, Wäsche, aufräumen und ständige kurze Wege im Haus und ausser Haus addieren sich zu einem beträchtlichen Bewegungsvolumen. Die Rangliste macht damit deutlich, dass Bewegung nicht nur in klassischen körperlichen Berufen entsteht, sondern auch in kleinteiliger, oftmals unbezahlter Alltagsarbeit.
Einordnung und Vorsicht bei der Interpretation
Wichtig ist die Einschränkung, dass es sich nicht um eine grosse, kontrollierte Studie handelt. Laut Healthline beruhen die Werte auf wenigen Einzelerhebungen, wobei Faktoren wie Alter, Geschlecht oder Arbeitszeit nicht systematisch berücksichtigt wurden. Die Zahlen zeigen eher eine Tendenz als eine endgültige Aussage für ganze Berufsgruppen.
Mehr Schritte im Arbeitsalltag sind nicht automatisch gleichbedeutend mit besserer Gesundheit. Körperlich anspruchsvolle Tätigkeiten können belastend sein und auf Rücken, Gelenke oder Kreislauf wirken. Andererseits lassen sich Bewegungseinheiten bei sitzenden Tätigkeiten gezielt ergänzen. Die Kernbotschaft bleibt aber klar: Wer beruflich viel sitzt, sollte Bewegung bewusst einplanen. Kurze aktive Pausen, Spaziergänge in der Pause oder gezielte Trainings können helfen, das Defizit auszugleichen.
Die Erkenntnisse regen dazu an, berufliche Aktivität nicht nur als Zahl auf dem Schrittzähler zu betrachten, sondern den Kontext von Belastung, Erholung und Ergonomie mit einzubeziehen.

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