Minijobs ab Juli 2026: Einmalige zweite Chance für Rentenbeiträge — mit bindender Folge
Minijobber bekommen ab 1. Juli 2026 eine einmalige Möglichkeit, frühere Befreiungen von der Rentenversicherung rückgängig zu machen
Ab Juli treten neue Regeln in Kraft, die Millionen geringfügig Beschäftigte betreffen. Die Verdienstgrenze für Minijobs steigt auf 603 Euro im Monat, weil der Mindestlohn angehoben wurde. Für Betroffene bedeutet das kurzfristig mehr Geld, langfristig aber eine wichtige Entscheidung zur Altersvorsorge.
Was sich konkret ändert
Arbeitgeber zahlen weiterhin pauschale Beiträge zur Kranken- und Rentenversicherung sowie Umlagen und Unfallversicherung. Minijobber selbst leisten normalerweise keine Beiträge zur Kranken-, Pflege- oder Arbeitslosenversicherung. Bei der Rentenversicherung ist die Lage anders: Seit 2013 sind Minijobs grundsätzlich rentenversicherungspflichtig. Der aktuelle Beitragssatz ergibt sich aus 3,6 Prozent Arbeitnehmeranteil und pauschal 15 Prozent Arbeitgeberanteil, zusammen 18,6 Prozent.
Die neue zweite Chance
Bislang konnten sich Beschäftigte durch einen formlosen Antrag dauerhaft von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen. Ab 1. Juli 2026 gibt es eine Ausnahme: Wer sich zuvor befreien ließ, kann diese Entscheidung einmalig schriftlich beim Arbeitgeber rückgängig machen. Die Rücknahme wirkt nur für die Zukunft und gilt dann dauerhaft.
Wichtige Bedingungen
- Die Entscheidung muss schriftlich beim Arbeitgeber eingelegt werden.
- Wer mehrere Minijobs ausübt, muss die Wahl für alle Minijobs gleichzeitig treffen; eine teilweise Änderung ist nicht möglich.
- Die erneute Entscheidung zugunsten von Rentenbeiträgen ist endgültig; eine spätere Rückkehr in die Befreiung ist ausgeschlossen.
Was das für Betroffene bedeutet
Für viele Beschäftigte ist die Abwägung schwierig: Rentenbeiträge schmälern das aktuelle Nettoeinkommen, können aber später die Rente erhöhen und wichtige Versicherungszeiten sichern. Fehlen Beitragszeiten, werden sie nur eingeschränkt angerechnet, was sich erst Jahre später negativ auswirken kann. Experten raten deshalb, die persönliche Situation zu prüfen und gegebenenfalls Beratung in Anspruch zu nehmen.
Die neuen Regeln erhöhen den Druck, eine gut informierte Entscheidung zu treffen. Die Chance zur Korrektur besteht genau einmal und ist verbindlich.