Opel streicht 650 Stellen: Rüsselsheimer Entwicklungszentrum schrumpft zur Rumpfmannschaft
Opel reduziert Belegschaft im Entwicklungszentrum um 40 Prozent
Rüsselsheim. Das traditionsreiche Entwicklungszentrum von Opel steht vor einem weiteren massiven Personalabbau. Nach Angaben des Mutterkonzerns Stellantis arbeiten derzeit noch rund 1 650 Personen im Engineering am Stammsitz. Künftig sollen nur etwa 1 000 Beschäftigte verbleiben, was einem Abbau von circa 650 Stellen entspricht.
Das Haus, das einst Schauplatz der Entstehung von Modellen wie Kapitän, GT und Manta war, hat in den vergangenen Jahren bereits deutlich an Größe verloren. Vor der Übernahme durch die PSA-Gruppe im Jahr 2017 waren im Entwicklungsbereich noch mehr als 7 000 Fachkräfte beschäftigt. Mit den nun angekündigten Einschnitten schrumpft die Ingenieursmannschaft auf einen Bruchteil dieser früheren Stärke.
Stellantis beschreibt den Umbau als Teil einer strategischen Neuausrichtung: Das Entwicklungszentrum soll künftig als sogenanntes Tech Center fungieren und sich auf zentrale Zukunftsthemen wie fortgeschrittene Fahrerassistenzsysteme, virtuelle Entwicklung, Künstliche Intelligenz, Effizienztools, Batterietechnik und Software-Module konzentrieren. Nach Unternehmensangaben sollen gezielte Neueinstellungen und Kooperationen mit Hochschulen die verbleibenden Kompetenzen stärken.
Der Betriebsrat wurde am Freitag informiert und wertete die Mitteilung zunächst als Erstinformation ohne Verhandlungscharakter. In einer Stellungnahme hieß es, die Arbeitnehmervertretung stimme sich intern und mit der IG Metall ab und werde die Beschäftigten über die Sichtweise der Vertretung informieren. Aktuell liefen noch keine Verhandlungen zum geplanten Vorgehen.
Rüsselsheims Oberbürgermeister Patrick Burghardt reagierte besorgt: Er sprach von einer erneuten schweren Belastung für die Stadt und betonte die Bedeutung von Forschung und Entwicklung für den Standort. Burghardt forderte vom Unternehmen und dem Konzern ein klares Bekenntnis zur langfristigen Sicherung von Arbeitsplätzen und zur Stabilität der Produktion über bestehende Zusagen hinaus.
Für viele Beschäftigte bedeutet die Ankündigung große Unsicherheit. Stellantis verspricht einen sozialverträglichen Abbau und verweist darauf, dass das Tech Center fest im Entwicklungsnetzwerk des Konzerns verankert bleiben und die Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland stärken solle. Konkrete Zeitpläne und Ausgestaltungen sollen noch mit dem Betriebsrat verhandelt werden.
Die angekündigte Reduzierung reiht sich in eine seit Jahren anhaltende Entwicklung ein: Schon in früheren Runden waren Stellen am Opel-Stammsitz weggefallen, wodurch die Gesamtbelegschaft in Rüsselsheim deutlich geschrumpft ist. Beobachter und Kommunalpolitiker warnen vor weiteren negativen Effekten für die regionale Wirtschaft, sollten sich die Stellenkürzungen fortsetzen.

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