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Immer mehr Beschäftigte nehmen einen Minijob an – deutlicher Anstieg bei Akademikern und Älteren

29. April 2026

Zahl der Beschäftigten mit Zweitjob hat sich deutlich erhöht

In Baden-Württemberg arbeiten immer mehr Menschen zusätzlich zu ihrer regulären Stelle in einem Minijob. Neue Statistikwerte zeigen, dass der Anteil derjenigen mit einem Nebenjob in den vergangenen zwei Jahrzehnten deutlich gestiegen ist – besonders stark bei Akademikerinnen und Akademikern sowie bei älteren Beschäftigten.

Die Behördendaten für 2025 dokumentieren insgesamt rund 604 000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Land, die neben ihrer Haupttätigkeit noch einen Minijob ausüben. Das entspricht mehr als zwölf Prozent aller fast fünf Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Baden-Württemberg – also etwa jedem achten Beschäftigten.

Wer ist besonders betroffen

  • Akademikerinnen und Akademiker: Die Zahl jener mit einem Nebenjob hat sich verfünffacht und liegt inzwischen bei etwa 83 100 Personen.
  • Ältere Beschäftigte: Bei den 65-Jährigen und Älteren hat sich die Zahl der Nebenjobber im Vergleich zu vor 20 Jahren verzehnfacht.
  • Mittleres Alter: Beschäftigte im Alter von 50 bis 65 arbeiten heute rund dreieinhalbmal so häufig nebenbei wie 2005.

Konkrete Ursachen für diese Entwicklung wurden von den Statistikern nicht detailliert benannt. Beobachterinnen und Beobachter bringen als mögliche Gründe gestiegene Lebenshaltungskosten, veränderte Ruhestandsmodelle sowie den Wunsch nach zusätzlichem Einkommen oder einer sinnstiftenden Tätigkeit im Alter ins Spiel.

Gesellschaftliche Folgen

Der Zuwachs an Nebenbeschäftigungen wirft Fragen für Arbeitsmarktpolitik und Sozialversicherung auf: Unbezahlte Überlastung, fehlende Erholungszeiten und Auswirkungen auf die Qualifikation für Rentenansprüche stehen im Raum. Zugleich zeigt der Trend, dass sich die Arbeitswelt differenziert: Neben klassischen Minijobs übernehmen inzwischen auch hochqualifizierte und ältere Erwerbstätige zusätzliche Aufgaben, oft aus finanziellen oder persönlichen Gründen.

Für Regionen und Unternehmen bedeutet das, dass Flexible Arbeitsmodelle, Weiterbildung und eine stärkere Absicherung von Teilzeittätigkeiten künftig wichtiger werden könnten, um Beschäftigte dauerhaft zu halten und Überlastung zu vermeiden.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: swr.de

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