IAV in Stollberg unter Druck: Kretschmer vermittelt nach Protesten um Stellenabbau
Arbeitsplatzunsicherheit bei IAV löst breite Proteste aus
In Stollberg wächst die Sorge um die Zukunft von Hunderten Arbeitsplätzen beim Automobil‑Entwicklungsdienstleister IAV. Beschäftigte aus dem Erzgebirge und aus Berlin haben am Mittwoch gegen angekündigten Stellenabbau demonstriert. Nach Angaben der IG Metall fürchtet rund ein Drittel der Belegschaft in Stollberg um seinen Job.
Oberb rgermeister Marcel Schmidt nahm an den Protesten teil und appellierte an die Verantwortung des Unternehmens. Er forderte bessere Transparenz in den Gesprächen und politische Unterstützung, damit der Standort erhalten bleiben kann. Die Stimmung bei den Demonstrierenden spiegelte sich auch im trüben Wetter wider: Besorgnis, aber auch Wut und Entschlossenheit waren spürbar.
Die IG Metall erhöht nach eigenen Angaben den Druck in den Verhandlungen über die zukünftige Ausrichtung des Standorts. Betriebsräte und Beschäftigte betonen, dass Innovationen und eine stärkere Ausrichtung auf zukunftsträchtige Bereiche nötig seien, um Arbeitsplätze zu sichern.
Nach einem Treffen vor Ort hat Ministerpr sident Michael Kretschmer Gespräche mit Beschäftigten von IAV geführt. Kretschmer signalisierte Bereitschaft, sich für Lösungen einzusetzen und stellte mögliche politische Unterstützungsleistungen in Aussicht. Gleichzeitig betonte er die Notwendigkeit, dass Unternehmen und Politik gemeinsame Perspektiven entwickeln, etwa durch neue Auftragsfelder oder eine stärkere Vernetzung mit Forschungsprojekten.
Der IAV‑Geschäftsführer wandte sich öffentlich an die Beschäftigten und unterstrich, dass bisherige Entscheidungen schwerfallen, aber Teil einer strategischen Neuausrichtung seien. Er nannte als denkbare Chancen eine stärkere Beteiligung an Projekten in Verteidigung und Raumfahrt sowie an anderen technologieorientierten Feldern. Betriebsräte zeigten sich zwar offen für solche Perspektiven, betonten aber, dass kurzfristige Arbeitsplatzverluste genau abgewogen werden müssten.
Die Debatte um IAV geht damit über betriebliche Fragen hinaus und betrifft regionale Wirtschaftsstruktur und Beschäftigung in der Erzgebirgsregion. Politiker, Betriebsräte und Gewerkschaften fordern nun eine verbindliche Roadmap, die sowohl Arbeitsplätze schützt als auch dem Unternehmen langfristige Perspektiven eröffnet.
Weitere Gespräche zwischen Unternehmensleitung, Gewerkschaften und politischer Vertretung sind angekündigt. Für viele Beschäftigte in Stollberg bleibt die Lage jedoch angespannt, bis verlässliche Zusagen vorliegen.

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