Aldi Süd kündigt Abbau von 1 250 Stellen an – Digitaleinheit Aldi DX besonders betroffen
Aldi Süd plant tiefgreifende Stellenkürzungen mit Schwerpunkt auf IT und Digital
Der Lebensmitteleinzelhändler Aldi Süd will nach Medienberichten rund 1 250 Arbeitsplätze am Standort Mülheim an der Ruhr abbauen. Betroffen sei vor allem die internationale IT- und Digitalabteilung Aldi DX, die zentrale Funktionen wie Technik, Entwicklung und internationales Einkaufssupport bündelt.
Unternehmenskreise zufolge soll der Personalabbau schrittweise erfolgen und bis Ende 2027 umgesetzt werden. Parallel dazu kündigt die Konzernführung erstmals ein freiwilliges Abfindungsprogramm innerhalb der Division Aldi International Services an. Ziel sei es, Prozesse und Strukturen zu straffen und Aufgaben teilweise an externe Dienstleister zu übertragen.
Hintergrund und Folgen
Nach Angaben aus internen Quellen ist vorgesehen, die Belegschaft am Mülheimer Standort deutlich zu reduzieren. Die Zahl der Beschäftigten bei Aldi DX wird derzeit mit rund 3 900 angegeben; durch die geplanten Maßnahmen könnte die Belegschaft auf etwa 2 300 sinken. Teilweise sollen Aufgaben nach Osteuropa, insbesondere nach Ungarn, ausgelagert werden. Bereits im Vorjahr waren rund 400 Stellen weggefallen, damals gingen Aufgaben an Dienstleister der Tata Group.
- Umfang des Abbaus: circa 1 250 Stellen bis Ende 2027
- Betroffene Bereiche: überwiegend IT, digitale Entwicklung und internationales Einkaufssupport
- Geplante Maßnahmen: freiwillige Programme, Outsourcing nach Ungarn, Reduzierung von Managementebenen
- Personalwirkung: Managementebenen sollen besonders stark schrumpfen, mit hohen Anteilen unter den Direktoren und Führungskräften
Die Holding von Aldi Süd in Salzburg verweigerte gegenüber Medienangaben eine detaillierte Stellungnahme und verwies auf grundsätzliche Zurückhaltung bei internen Personalfragen. Beobachter sehen in dem Schritt das Ende einer Phase intensiver interner Expansion der IT-Abteilung: In den vergangenen Jahren hatte Aldi erheblich in digitale Kompetenzen investiert und zu diesem Zweck die eigene Einheit Aldi DX gegründet.
Was dies für Beschäftigte und Kunden bedeutet
Für betroffene Mitarbeitende beginnt nun eine Phase großer Unsicherheit: Neben Abfindungen und Übergangslösungen steht die berufliche Neuorientierung im Vordergrund. Für Kunden dürften kurzfristig keine direkten Auswirkungen sichtbar werden, langfristig könnte der Konzern jedoch stärker auf externe Dienstleister setzen, was die interne Innovationskraft verändern kann.
Die Entwicklungen in Mülheim an der Ruhr verfolgen Gewerkschaften und Branchenbeobachter mit Aufmerksamkeit, da der Abbau exemplarisch für einen Trend in Handelskonzernen steht: Nach einer Phase interner IT-Aufstockung folgt nun eine Konsolidierung und teilweise Auslagerung.

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