Teilzeit erreicht Rekordniveau: Mehr Menschen arbeiten kürzer und öfter zusätzlich
Teilzeit erreicht Rekordniveau, Arbeitsvolumen nur leicht gesunken
Nürnberg — Die Zahl der Teilzeitbeschäftigten in Deutschland hat 2025 einen neuen Jahreshöchststand erreicht. Nach Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) arbeiteten deutlich mehr Menschen regulär in Teilzeit oder ausschließlich geringfügig beschäftigt als im Vorjahr, während die Vollzeitbeschäftigung leicht zurückging.
Dem IAB zufolge stieg die Zahl der Teilzeitbeschäftigten 2025 um etwa 1 Prozent auf rund 16,88 Millionen. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit in Teilzeit lag bei etwa 18,7 Stunden und damit etwas über dem Niveau des Vorjahres. Insgesamt blieb die durchschnittliche Wochenarbeitszeit aller Erwerbstätigen mit 30,4 Stunden stabil gegenüber 2024, das gesamte Arbeitsvolumen ging jedoch geringfügig um 0,2 Prozent zurück.
Wesentliche Kennzahlen
- Teilzeitquote: 39,9 Prozent (Anstieg um 0,4 Prozentpunkte)
- Teilzeitbeschäftigte: rund 16,88 Millionen
- Vollzeitbeschäftigte: rund 25,43 Millionen (Rückgang um 0,6 Prozent)
- Durchschnittliche Wochenarbeitszeit Teilzeit: 18,7 Stunden
- Gesamtarbeitsvolumen: circa 61,26 Milliarden Stunden (minus 0,2 Prozent)
Das IAB macht für die Entwicklung unter anderem das Beschäftigungswachstum in Branchen mit hohem Teilzeitanteil verantwortlich, etwa im Gesundheits- und Sozialwesen. Gleichzeitig schrumpfte die Beschäftigung in Sektoren mit traditionell hohem Vollzeitanteil wie der Industrie.
IAB-Experte Enzo Weber betont, dass Teilzeitarbeit bislang kein Verlustgeschäft gewesen sei, sieht aber Nachholbedarf bei beruflichen Entwicklungswegen für Frauen: «Teilzeit war bisher kein Verlustgeschäft. Dennoch gibt es hier noch viel zu gewinnen, vor allem bei einer stärkeren beruflichen Entwicklung von Frauen.»
Geschlechterspezifisch zeigen die Zahlen deutliche Unterschiede: Mehr als jede zweite Frau arbeitete 2025 in Teilzeit, bei Männern war es nur etwa jeder siebte. Zwar erhöhte sich die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen leicht, der Zuwachs beruhte jedoch vor allem auf Mehrbeschäftigung in Teilzeit, während die Zahl der vollzeitbeschäftigten Frauen zurückging.
Nebenjobs und Kurzarbeit
Ein weiterer Trend ist die Zunahme von Nebenverdiensten: Rund 4,7 Millionen Beschäftigte hatten 2025 einen Nebenjob, das sind etwa 85.000 mehr als im Vorjahr. Etwa 11 Prozent aller Erwerbstätigen üben zusätzlich zum Hauptjob noch eine Nebentätigkeit aus; pro Nebenjob wurden im Schnitt rund 287 Stunden geleistet. Gleichzeitig stieg die Zahl der Kurzarbeiter deutlich an und belief sich 2025 auf rund 303.000 Personen, vor allem als Folge der Krise in der Industrie und besonders betroffen das Verarbeitende Gewerbe.
Die Ergebnisse werfen politische Fragen auf: Vertreterinnen und Vertreter aus Teilen der CDU/CSU fordern schon länger, dass die Menschen in Deutschland mehr arbeiten sollten, und diskutieren schärfer über das Recht auf Teilzeit. Arbeitsmarktpolitiker und Gewerkschaften sehen die Herausforderung hingegen darin, Arbeitszeitmodelle so zu gestalten, dass sie Vereinbarkeit, Karrierechancen und wirtschaftliche Stabilität verbinden.
Für Betriebe und Beschäftigte stellt sich nun die Frage, wie sich flexible Arbeitszeiten, berufliche Entwicklung und wirtschaftliche Erfordernisse in Einklang bringen lassen. Das IAB sieht Potenzial vor allem in besseren Aufstiegs- und Qualifizierungswegen für Teilzeitkräfte, damit Teilzeit nicht zur Blockade für berufliche Perspektiven wird.

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