Minijob nach wiederholten Fehlzeiten beendet – Bürgergeld-Empfängerin rutscht tiefer in Schulden
Minijob endet nach wiederholter Abwesenheit und verschärft finanzielle Not
Eine 21 Jahre alte Bürgergeld-Empfängerin geriet nach wiederholten Fehlzeiten im ersten Arbeitsmarkt in eine noch prekärere Lage. Angelique hatte zeitweise mehrere staatliche Leistungen gleichzeitig bezogen und zusätzlich in einem Supermarkt einen Minijob aufgenommen. Die Beschäftigung brach jedoch frühzeitig zusammen, was ihre Einkommenssituation weiter verschlechterte.
Nach Angaben aus der Sendung Armes Deutschland beliefen sich die gleichzeitig bezogenen Leistungen auf rund 3 300 Euro, darunter 1 288,20 Euro Arbeitslosengeld, 1 600 Euro Bürgergeld sowie Kindergeld. Als das Jobcenter den Mehrfachbezug feststellte, kam es zu Kürzungen. Parallel dazu häuften sich unbezahlte Rechnungen und Schulden, die laut Bericht inzwischen bei etwa 8 000 Euro liegen.
Angelique schildert die Situation nüchtern: «Ich habe 36 Stunden innerhalb von zwei Monaten gemacht», berichtet sie. Im Arbeitsverhältnis habe es wiederholt Konflikte gegeben. Die junge Frau beklagt, dass sie von der Einsatzplanung ausgeschlossen, aus einer internen WhatsApp-Gruppe entfernt und von der Dienstvorgesetzten ignoriert worden sei. Außerdem sei die tatsächliche Arbeitszeit häufig länger gewesen als im Vertrag vereinbart, was die Situation zusätzlich belastete.
Finanziell ergab sich eine deutliche Diskrepanz zwischen Vertrag und Auszahlung: Im Vertrag standen 480 Euro, tatsächlich überwiesen wurden in einem Monat nur 273 Euro. Weil Angelique keine vier Wochen ununterbrochen gearbeitet habe, seien krankheitsbedingte Lohnansprüche nicht in voller Höhe gewährt worden. Diese Lücken trugen maßgeblich zu ihrer Verzweiflung bei.
Das Jobcenter griff nach Angaben der Betroffenen ein und erhöhte kurzfristig die Auszahlung, um akute Engpässe abzufedern. «Wir haben im Monat 456 Euro vom Jobcenter bekommen. Das war mehr als im letzten Monat, da es nicht ausgereicht hat», sagt Angelique. Dennoch bleiben langfristige Probleme offen: Neben den bestehenden Forderungen droht die Rückforderung von Leistungen aufgrund des unrechtmäßigen Mehrfachbezugs.
Der Fall zeigt, wie empfindlich kleine Minijobs für Empfängerinnen und Empfänger von Grundsicherung sein können. Unregelmäßige Arbeitszeiten, Konflikte am Arbeitsplatz und administrative Kürzungen können innerhalb kurzer Zeit die wirtschaftliche Lage drastisch verschlechtern. Weitere Entwicklungen und das Bemühen um Entschuldung werden in den kommenden Folgen der TV-Reihe begleitet.
- Betrag der gleichzeitig bezogenen Leistungen: ca. 3 300 Euro
- Kündigung nach 36 Stunden Arbeit binnen zwei Monaten
- Angemeldetes Vertragsgehalt: 480 Euro, tatsächlich ausgezahlt: 273 Euro in einem Monat
- Aktuelle Schuldenlast laut Bericht: rund 8 000 Euro
Die nächste Berichterstattung der TV-Reihe soll zeigen, ob und wie Angelique und ihre Familie einen Weg aus der Schuldenlage finden.

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