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Regierung erwartet bis zu 100.000 neue Arbeitsplätze in der maritimen Wirtschaft

28. April 2026

Berlin — Die Bundesregierung rechnet in den kommenden fünf Jahren mit einem starken Zuwachs an Arbeitsplätzen in Schiffbau, Hafenwirtschaft und Offshore-Energie und sieht darin eine Chance für strukturschwächere Regionen.

Bis zu 100.000 neue, überwiegend gut bezahlte Stellen erwartet

Nach Angaben des Koordinators der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft, dem CDU-Politiker Christoph Ploß, könnten in den nächsten Jahren mehr als 100.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Betroffen seien Werften, Häfen, Reedereien, Meerestechnik und die Offshore-Windenergie, Bereiche, die schon heute rund 50 Milliarden Euro Jahresumsatz und etwa 400.000 Beschäftigte ausmachen.

Ploß betonte, dass die Entwicklung nicht nur Küstenregionen stärke, sondern auch Zulieferer in Bundesländern ohne Meereszugang profitieren würden. Konkrete Ausbaupläne nannte er für Standorte wie Wolgast, wo nach seinen Angaben große Investitionen vorgesehen seien, und Wismar, wo der U-Boot- und Fregattenbauer TKMS erheblichen Personalbedarf verursachen könnte.

Die Regierung will die maritime Infrastruktur mit attraktiveren Bürgschaften und Förderinstrumenten unterstützen. Die jüngste Lockerung der Schuldenbremse ermögliche zusätzliche Mittel etwa für Hafeninfrastruktur und für Schiffsprojekte mit sicherheitspolitischer Relevanz, so Ploß. Ziel sei es, Leistungsfähigkeit und Versorgungssicherheit zu stärken.

Als aktueller Anlass für die optimistischen Prognosen dient die 14. Nationale Maritime Konferenz in Emden, die mit einer Rede von Bundeskanzler Friedrich Merz eröffnet wird. Auf der Tagung stehen Sicherheitsfragen der Branche im Mittelpunkt; Wirtschaftsministerin Katherina Reiche und Verkehrsminister Patrick Schnieder werden ebenfalls teilnehmen.

Branchenvertreter sehen in dem erwarteten Aufschwung eine langfristige Chance, mahnen aber zugleich, Ausbildungskapazitäten, Lieferketten und Zeitpläne für Großprojekte besser zu koordinieren, damit die angekündigten Stellen tatsächlich entstehen. Für viele Regionen, insbesondere in Norddeutschland, könnte die maritime Expansion zur wirtschaftlichen Stütze werden.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: n-tv.de
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