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Minijobs werden für immer mehr Bürgergeld-Empfänger zur Sackgasse – Übergänge in sozialversicherungspflichtige Jobs gehen stark zurück

29. April 2026

Minijobs werden für viele Bürgergeld-Empfänger zur dauerhaften Falle

Kassel – Aktuelle Zahlen zeichnen ein deutliches Bild: Minijobs führen immer seltener aus der Grundsicherung zurück in reguläre Beschäftigung. Was lange als Brücke in sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse galt, erweist sich für einen wachsenden Teil der Menschen als Endstation.

Im Vergleich zu 2017 hat sich die Vermittlungsleistung drastisch verschlechtert. 2017 gelang es noch 102.084 Menschen, von einem Minijob in eine sozialversicherungspflichtige Stelle vermittelt zu werden. In den ersten neun Monaten 2025 waren es nur noch 50.831; hochgerechnet auf das Gesamtjahr liegt die Zahl damit weit niedriger als zuvor, bei rund 67.775 Vermittlungen.

Auch der Wechsel in Vollzeitanstellungen ist deutlich rückläufig. Waren es 2017 noch 33.953 vermittelte Vollzeitstellen, lag die hochgerechnete Zahl für 2025 nur bei etwa 21.753. Für viele Betroffene bedeutet das: Fortbestehen von Aufstocker-Effekten, geringe Möglichkeiten zur Altersvorsorge und kaum Aussicht auf sichere Einkommensperspektiven.

Politische Kritik trifft auf strukturelle Probleme am Arbeitsmarkt

In der politischen Debatte lösten die Zahlen scharfe Reaktionen aus. Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Parteien sehen darin ein Indiz dafür, dass die Anreize im System nicht ausreichen. «Dass sich mehr Arbeit spürbar lohnt und der Schritt in reguläre Beschäftigung attraktiver wird» forderte eine Abgeordnete und machte deutlich, dass Systemanpassungen nötig seien.

Die Bundesagentur für Arbeit weist die Vorwürfe zurück und betont, dass die Lage auf dem Arbeitsmarkt Vermittlungen erschwere. Eine rückläufige Zahl offener Stellen dämpfe die Chancen vieler Arbeitsuchender, in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu wechseln. Die wirtschaftliche Gesamtsituation und weniger Angebot an passenden Stellen seien maßgebliche Hemmnisse.

Wohin führt das für Betroffene?

  • Viele bleiben in Teilzeitarbeit und können nicht ausreichend sparen oder in die Rentenversicherung einzahlen.
  • Perspektivwechsel durch Aus- und Weiterbildung erscheinen in der Praxis oft schwer zu realisieren, wenn Erwerbs- und Lebensrisiken überwiegen.
  • Ohne stärkere Anreize und ein größeres Angebot an sozialversicherungspflichtigen Stellen droht eine Verfestigung der Abhängigkeit von ergänzenden Sozialleistungen.

Die Zahlen zeigen eine Herausforderung für Sozialpolitik und Arbeitsmarktpolitik zugleich: Es geht um die Frage, wie Übergänge in sichere Erwerbsverhältnisse wieder realistischer werden können, damit Arbeit nicht nur kurzfristig Einkommen sichert, sondern langfristig Perspektiven eröffnet.

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