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Kabinett beschließt Klingbeils Steuerpaket: Familien entlastet, Minijobs geraten unter Druck

14. September 2026

Steuerreform verschiebt Lasten nach oben und verändert Minijobs sowie Kindergeld

Die Bundesregierung hat das von Finanzminister Klingbeil vorgelegte Steuerpaket im Kabinett verabschiedet. Die Reform soll in zwei Stufen 2027 und 2028 in Kraft treten und kombiniert Entlastungen f체r Familien und breite Mittelschichten mit spürbar höheren Belastungen f체r Spitzeneinkommen sowie Änderungen bei geringf체gigen Besch채ftigungsverh채ltnissen.

Im Mittelpunkt stehen drei Elemente: ein erh채htes Kindergeld, ein angehobener steuerlicher Grundfreibetrag und angepasste Steuersätze f체r hohe Einkommen. Zugleich werden Pauschalregelungen f체r Minijobs ver채ndert, was insbesondere f체r Arbeitgeberkosten und in der Folge f체r die Nettolohnsituation der Betroffenen relevant werden kann.

Was sich konkret f체r Haushalte ändert

  • Kindergeld: Der Betrag wird angehoben, Familien sollen unmittelbar entlastet werden.
  • Grundfreibetrag: Der steuerfreie Grundfreibetrag steigt, so dass mehr Einkommen von der Besteuerung ausgenommen ist.
  • Spitzensteuersatz: Der 42-Prozent-Satz greift erst ab einem zu versteuernden Einkommen von mehr als 70 600 Euro.
  • Extra-Stufe f체r Sehr-Hohe Einkommen: Einkommen ab 280 000 Euro sollen ab 2027 bis zu 47 Prozent Besteuerung unterliegen statt bisher 45 Prozent.

Minijobs: Pauschalsteuer steigt, Beschäftigte könnten indirekt belastet werden

Die Pauschalsteuer, die Arbeitgeber f체r Minijobs entrichten, soll von bisher zwei auf f체nf Prozent angehoben werden. Formal bleiben Minijobberinnen und Minijobber in der Regel steuerfrei. Praktisch besteht jedoch weiterhin die M첸glichkeit f체r Arbeitgeber, die Pauschalabgabe auf die Arbeitnehmer abzuw채lzen. In Branchen mit vielen geringf체gig Besch채ftigten kann die Reform somit zu h채heren Personalkosten und damit zu einem Druck auf L채hne f체hren.

Parallel wird die Debatte um Sozialbeitr채ge fortgesetzt: Die Rentenkommission hat empfohlen, Minijobber in Zukunft in die Altersvorsorge einzubeziehen. Eine Entscheidung hierüber ist Teil der f체r Herbst 2026 geplanten Rentenreform und k채nnte die Belastung f체r rund sieben Millionen Menschen ver채ndern.

Kritik aus der Wirtschaft

Der Hotel- und Gastst채ttenverband Dehoga warnt vor zus채tzlichen Belastungen f체r Betriebe, die auf Minijobs angewiesen sind. Der Verband fordert eine Beitragslast, die Arbeitgeber weiterhin tragbar finden. Vertreterinnen und Vertreter der Koalition betonen dagegen, dass die Gegenfinanzierung und die höheren Spitzensteuers채tze notwendig seien, um Entlastungen f체r breite Schichten zu erm채glichen.

Ausblick

Das Paket verbindet Entlastungen in der Mitte mit mehr Belastung an der Spitze und neuen Regeln f체r Minijobs. Haushalte mit Kindern und mittlere Einkommen d채rften profitieren, während f체r Arbeitgeber und besonders geringverdienende Minijobber je nach Betriebsentscheidungen Kostensteigerungen sp채testens ab 2027 sp채rbar werden k채nnen. Die abschlieẞenden Details und die genaue Ausgestaltung der Rentenbeitr채ge bleiben Gegenstand der parlamentarischen Beratungen.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: merkur.de
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