Steuerreform bringt höhere Pauschalsteuer für Minijobs und zusätzliche Belastungen für Arbeitgeber
Pauschalsteuer für Minijobs steigt, Arbeitgeber werden spürbar belastet
Berlin — Die Bundesregierung hat eine Steuerreform beschlossen, die nicht nur hohe Einkommen stärker zur Kasse bittet, sondern auch die Behandlung geringfügiger Beschäftigung verändert. Kernpunkt für den Arbeitsmarkt: Die bisher mit zwei Prozent bemessene Pauschalsteuer auf Minijobs soll auf fünf Prozent angehoben werden.
Finanzminister Lars Klingbeil treibt die Reform in zwei Stufen voran, geplant für 2027 und 2028. Ziel ist es, Familien und breite Bevölkerungsgruppen zu entlasten, zugleich aber Mehreinnahmen zu generieren, indem besonders hohe Einkommen stärker besteuert werden. Neben der Anhebung des Spitzensteuersatzes sind weitere Anpassungen vorgesehen, die das Gesamtpaket finanzieren sollen.
Für Arbeitgeber bedeutet die Anhebung der Pauschalsteuer direkte Mehrkosten: Betriebe, die auf Minijobber setzen, etwa in Gastronomie, Handel oder im Veranstaltungsbereich, müssen künftig mehr für diese Beschäftigungsverhältnisse ausgeben. Zwar ändert sich an der steuerlichen Situation der Minijobber formal nichts, in der Praxis ist jedoch relevant, dass Arbeitgeber die Pauschalsteuer heute bereits auf Beschäftigte abwälzen können. In solchen Fällen würde die Last letztlich bei den Beschäftigten landen.
Wirtschaftsverbände warnen vor einer zusätzlichen Belastung gerade kleiner Betriebe. Sie fordern klare Regeln, damit die unverzichtbaren Minijobs nicht durch steigende Abgaben unattraktiv oder unbezahlbar werden. Die Bundesregierung will zudem prüfen, ob Minijobber künftig stärker in die Sozialversicherung einbezogen werden. Eine solche Maßnahme wäre Teil der für den Herbst geplanten Rentenreform und könnte die Finanzierung der Altersvorsorge verändern — mit weitreichenden Folgen für rund sieben Millionen geringfügig Beschäftigte.
Ausblick: Die Reform ist auf mehrere politische Entscheidungen angewiesen. Während Entlastungen für Familien und der erhöhte Grundfreibetrag vielen Haushalten zugutekommen dürften, bleibt offen, wie die Bundesregierung die Balance zwischen zusätzlichen Einnahmen und den Auswirkungen auf Beschäftigungsschaffen will. Arbeitgeber, Beschäftigte und Oppositionsparteien werden die Umsetzung und mögliche Begleitregelungen genau beobachten.