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Rentenkommission empfiehlt Ende der Minijobs — Schutz vor Altersarmut gegen Risiken für Handel und Gastronomie

16. August 2026

Abschaffung der Minijobs soll Altersarmut verhindern

Die von der Rentenkommission vorgelegten Vorschläge rücken Minijobs in den Fokus der Debatte um die Zukunft der Alterssicherung. Die Expertinnen und Experten argumentieren, dass die geringfügigen Beschäftigungen in ihrer jetzigen Form viele Menschen, vor allem Frauen, am Ende des Erwerbslebens unzureichend absichern und so altersbedingte Armutsrisiken erhöhen.

Zum Verständnis: Minijobs sind geringfügige Beschäftigungen mit einem Verdienstlimit von derzeit 603 Euro monatlich. Für Beschäftigte entfallen meist Sozialversicherungsbeiträge, Arbeitgeber zahlen pauschale Abgaben. Rund 6,5 Millionen Menschen in Deutschland üben derzeit einen Minijob aus, darunter viele Schüler, Studierende und Rentnerinnen und Rentner sowie Beschäftigte in Handel und Gastronomie.

Argumente für die Abschaffung

  • Langfristig niedrige Rentenansprüche: Wer dauerhaft nur in Minijobs arbeitet oder sich von der Rentenversicherung befreien lässt, sammelt kaum Versicherungszeiten und erhält später nur geringe Renten.
  • Vermeidung von Verdrängungseffekten: Kritiker sehen Minijobs als Faktor, der reguläre sozialversicherungspflichtige Beschäftigung verdrängen kann.
  • Mehr Einnahmen für Sozialversicherungen: Simulationen ausgewiesener Institute zeigen mögliche Zusatzeinnahmen, die zur Stabilisierung der Alterssicherung beitragen könnten.

Argumente gegen die Abschaffung

  • Flexibilität für Teilzeitkräfte: Minijobs erlauben vielen Menschen, Studium, Pflegeaufgaben oder Rente mit Arbeit zu vereinbaren, weil die Abgabenlast gering ist und Nettoverdienst relativ hoch bleibt.
  • Gefahr des Arbeitsplatzverlusts: Branchen mit vielen Minijobbern, etwa Einzelhandel und Gastronomie, warnen vor massiven Effekten für Beschäftigung und Versorgung, wenn Minijobs wegfallen.
  • Verwaltungsaufwand und Lohnverluste: Ökonomische Analysen bemängeln, dass die Einbeziehung sehr geringer Einkommen in die Beitragspflicht hohe Bürokratiekosten verursachen kann und netto zu niedrigeren Löhnen führen würde.

Sozialer Ausgleich und Nebenfolgen

Forschung und Expertinnen weisen darauf hin, dass eine Abschaffung allein nicht ausreicht. Ohne begleitende Maßnahmen, etwa ein größeres Angebot an Kinderbetreuung oder Übergangsregelungen für Rentnerinnen und Rentner, droht laut Soziologinnen und Soziologen die Verlagerung von Arbeitsangeboten in die informelle Wirtschaft. Besondere Sorge gilt Frauen, die Minijobs oft aus Vereinbarkeitsgründen ausüben.

Was steht an?

Die politische Debatte wird voraussichtlich im Herbst weitergehen. Entscheidend wird sein, wie die Reform sozialpolitisch ausgestaltet wird: Mit Ausnahmen für Schüler und Studierende, Übergangsfristen, besseren Transferleistungen oder einem gezielten Ausbau der Betreuungseinrichtungen ließen sich viele Risiken abmildern. Ohne solche Begleitmaßnahmen droht ein Spannungsfeld zwischen finanzieller Stabilisierung der Alterssicherung und Arbeitsplatzverlusten in sensiblen Branchen.

Die Kommission hat damit eine Diskussion angestoßen, die über reine Rentenfragen hinaus reicht und Arbeitsmarkt, Familienpolitik und Sozialstaat neu austariert.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: mainpost.de
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