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Mehr Rentner arbeiten weiter — Minijobs und Teilzeit bestimmen den Arbeitsalltag im Alter

08. August 2026

Immer mehr Rentnerinnen und Rentner bleiben nach Renteneintritt beruflich aktiv

Eine wachsende Zahl älterer Menschen in Deutschland verbindet Rente und Arbeit. Nach den ersten Ergebnissen des Mikrozensus 2025 sind rund 14 % der 65- bis 74-Jährigen erwerbstätig, ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede nach Geschlecht, Alter und Bildungsstand.

Zahlen, die ein verändertes Bild zeichnen

Männer sind mit etwa 16 % häufiger weiterhin beruflich tätig als Frauen mit rund 11 %. Die Erwerbsbeteiligung sinkt spürbar mit dem Alter: Bei 65- und 66-Jährigen liegt der Anteil bei etwa 19 %, bei 73- und 74-Jährigen nur noch bei etwa 8 %. Bildungsniveau spielt ebenfalls eine Rolle: Höher qualifizierte Senioren sind deutlich häufiger erwerbstätig als Personen mit geringerem Bildungsstand.

Minijobs und kurze Arbeitszeiten dominieren

Die meisten arbeitenden Rentnerinnen und Rentner sind abhängig beschäftigt. Etwa 73 % stehen in einem Beschäftigungsverhältnis, 27 % sind selbstständig. Auffällig ist der hohe Anteil geringfügiger Beschäftigung: Rund 65 % der Angestellten im Rentenalter arbeiten in Minijobs oder vergleichbaren, einkommensbeschränkten Tätigkeiten. Viele Tätigkeiten sind stark stundenreduziert: Etwa 40 % arbeiten weniger als zehn Stunden pro Woche, weitere 25 % zwischen zehn und unter 20 Stunden.

Selbstständige übernehmen oft größere Belastungen

Ein kleinerer Teil der Erwerbstätigen im Alter bleibt intensiv im Beruf: Insgesamt rund 13 % arbeiten mehr als 40 Stunden pro Woche. Dieser Anteil ist bei Selbstständigen deutlich höher als bei abhängig Beschäftigten, was auf Unterschiede in der Erwerbsform und wirtschaftliche Zwänge hinweist.

Was die Zahlen bedeuten

Die Befunde deuten darauf hin, dass Erwerbstätigkeit im Ruhestand zunehmend flexibel und vielförmig organisiert ist: Viele wählen kurze Erwerbszeiten oder Minijobs, andere bleiben aus wirtschaftlichen oder persönlichen Gründen voll eingebunden. Für Politik und Arbeitsmarkt ergeben sich daraus Fragen zu Sozialversicherung, Altersarmut und zur Gestaltung passgenauer Angebote für ältere Beschäftigte.

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