Khosla sieht Arbeitswelt im Umbruch: KI könnte 80 Prozent der Jobs übernehmen
KI könnte bis zu 80 Prozent der Arbeitsplätze übernehmen
Der Technologieinvestor Vinod Khosla prognostiziert eine radikale Veränderung des Arbeitsmarkts: Bis in die frühen 2030er-Jahre könnten rund 80 Prozent der heutigen Jobs von künstlicher Intelligenz erledigt werden. In einem Interview mit dem Fortune Magazine skizzierte Khosla eine Zukunft, in der viele Tätigkeiten, die heute Lohnarbeit sind, überflüssig werden.
Der Mitgründer von Sun Microsystems und Gründer von Khosla Ventures, der bereits früh in OpenAI investierte, sieht in den schnellen Fortschritten bei KI und Robotik den Antrieb für eine Phase extremer Fülle und sinkender Preise. Statt Jobs zu suchen, so Khosla, würden Menschen künftig ihren Neigungen folgen: «Das Bedürfnis zu arbeiten wird verschwinden. Die Menschen werden weiterhin an den Dingen arbeiten, an denen sie arbeiten wollen, nicht weil sie arbeiten müssen.»
Er bezeichnet den Wettlauf um KI zwischen den USA und China als «technoökonomischen Krieg» und warnt, dass die technologische Führung darüber entscheidet, welche Volkswirtschaften in der neuen Ordnung dominieren. Gelingt es einer Nation, die besten KI-Lösungen hervorzubringen, könnten Verbraucher deutlich mehr Kaufkraft erhalten, so Khosla. Als Beispiel nannte er eine Vorstellung, nach der 2040 geringe Geldbeträge deutlich höheren Lebensstandard ermöglichen könnten als heute hohe Einkommen.
Die Aussage ist Teil einer größeren Debatte im Silicon Valley: Zahlreiche Führungskräfte und Gründer prognostizieren, dass klassische Berufsrollen, etwa in der Softwareentwicklung oder bei Einstiegsbürojobs, in naher Zukunft stark schrumpfen könnten. Khosla geht sogar so weit, manuelle Arbeiten wie Fließband- oder Feldarbeit nicht als Jobs, sondern als Knechtschaft zu bezeichnen.
Experten warnen zugleich vor den sozialen und politischen Herausforderungen einer solchen Entwicklung. Fragen nach Einkommensverteilung, Qualifizierung und gesellschaftlicher Teilhabe rücken in den Mittelpunkt, auch in Berlin und anderen deutschen Städten. Ob die prognostizierte Ära der Fülle eintritt, hängt nicht zuletzt davon ab, wie Gesellschaften Regulierung, Bildungspolitik und soziale Sicherheit gestalten.
Khoslas Vision ist optimistisch zugleich provokant: Fortschritt könne Wohlstand für viele bedeuten, so lange technologische Führung und eine kluge politische Gestaltung zusammentreffen. Die Diskussion darüber, wie Arbeit, Sinn und Einkommen in einer zunehmend automatisierten Welt organisiert werden, hat damit erst begonnen.

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