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Handwerk alarmiert: Abschaffung der Minijobs gefährdet Betriebsalltag und fördert Schwarzarbeit

04. September 2026

Handwerksverbände warnen vor weitreichenden Folgen für kleine Betriebe

Berlin – Die Empfehlung der staatlichen Rentenkommission, Minijobs weitgehend abzuschaffen, hat in der Branche heftige Reaktionen ausgelöst. Die Kommission legte ein Paket mit 33 Vorschlägen zum Umbau des Rentensystems vor; darunter die Forderung, Minijobs künftig nur noch für Schülerinnen und Schüler zu erlauben. Bundeskanzler Friedrich Merz kündigte an, die Empfehlungen umsetzen zu wollen.

Handwerkspräsident Jörg Dittrich bezeichnet die Pläne als riskant: «Minijobs sind ein unverzichtbares Flexibilitätsinstrument. Sie ermöglichen es Betrieben, auf schwankende Auftragslagen, personelle Engpässe und Kundenwünsche zu reagieren. Hier braucht es definitiv andere Lösungen, um dieser Funktion von Minijobs gezielt gerecht zu werden.»

Besonders alarmiert zeigt sich das Gebäudereinigerhandwerk. Wolfgang Molitor, Hauptgeschäftsführer des Bundesinnungsverbands des Gebäudereiniger-Handwerks, kritisiert die politische Richtung und warnt vor zusätzlichen Belastungen durch eine mögliche neue Kapitalrente: «Eine weitere einseitige Belastung der Unternehmen in diesem Bereich darf es auf keinen Fall geben. Zumal eine mögliche Kapitalrente die Lohnnebenkosten für die Betriebe noch einmal erhöht.»

Die Branche verweist auf konkrete Zahlen: In der Gebäudereinigung liegen die durchschnittlichen Personalkosten bei rund 85 Prozent, der Anteil der Minijobs bei etwa 30 Prozent. Ein Wegfall dieser Beschäftigungsform könne deshalb zu einem Anstieg illegaler Beschäftigung oder einem Rückzug von Arbeitskräften aus dem Markt führen.

  • Sächsisches Handwerk lehnt Abschaffung ab: Lars Bubnick sieht Minijobs als festen Bestandteil vieler Betriebe und warnt vor einem Debakel für die Branche.
  • Sächsischer Handwerkstag fordert Flexibilisierung der Arbeitszeit: Präsident Uwe Nostitz betont, dass Unternehmerinnen und Unternehmer auf diese Arbeitskräfte angewiesen seien.
  • Alternative Forderungen aus dem Handwerk reichen von gezielten Entlastungen bei Steuern und Sozialabgaben für Geringverdienende bis zur Abschaffung der Steuerklassenkombination 3/5.

Die Debatte dreht sich somit nicht nur um rentenpolitische Ziele, sondern unmittelbar um die Wirtschaftlichkeit vieler kleiner und mittlerer Betriebe. Branchenvertreter fordern, die Folgen für Beschäftigung, Schwarzarbeitsrisiko und regionale Versorgung ernsthaft zu prüfen, bevor grundlegende Änderungen in Kraft treten.

Wie die Bundesregierung und der Deutsche Bundestag mit den Empfehlungen umgehen, bleibt vorerst offen. Klar ist, dass die Diskussion in Handwerkskammern und Innungen im ganzen Land weitergehen wird.

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