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Ende der Minijobs: Zwischen sozialer Absicherung und drohender Jobkrise

01. September 2026

Abschaffung der Minijobs würde Millionen Nebenverdienste gefährden

Die Debatte um das Aus für Minijobs hat in Deutschland an Schärfe gewonnen. Vorschläge, die Sonderregelung für geringfügige Beschäftigungen zu beenden und zusätzliche Steuer‑ sowie Sozialabgaben einzuführen, werfen drängende Fragen zur Zukunft vieler Nebenverdienste auf. Betroffen wären insbesondere Studierende, Rentnerinnen und Rentner sowie Beschäftigte im Einzelhandel, für die Minijobs oft eine flexible Einkommensquelle darstellen.

Hintergrund und Ausmaß

Minijobs wurden einst eingeführt, um legale Beschäftigung zu fördern und Schwarzarbeit zu reduzieren. Die geltende Geringfügigkeitsgrenze liegt bei 603 Euro pro Monat. Schätzungen zufolge arbeiten derzeit rund 800 000 Menschen im deutschen Einzelhandel auf Minijob‑Basis, ein Anteil, der viele Läden in der Fläche trägt.

Was die geplante Reform vorsieht

Die von der Rentenkommission diskutierte Reform sieht vor, die Sonderstellung der Minijobs aufzuheben. Lediglich für Schülerinnen und Schüler soll eine beitragsfreie Ausnahme erhalten bleiben. Die Folge wäre, dass Beschäftigungen oberhalb oder nahe der bisherigen Grenze künftig regulär sozialversicherungspflichtig würden und Arbeitgeber sowie Beschäftigte mit höheren Abgaben und mehr Bürokratie konfrontiert wären.

Wirtschaftliche und soziale Risiken

Wirtschaftsvertreter warnen vor erheblichen Effekten: Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland sieht Hunderttausende Stellen in Gefahr. Kritikerinnen und Kritiker befürchten, dass viele Menschen ihre Einkünfte nicht halten können und in nicht gemeldete Beschäftigung abwandern könnten, was die bereits angespannte Kontrolle des Arbeitsmarkts erschwert und die Sozialkassen belastet.

Soziale Absicherung versus Arbeitsmarktstabilität

Für Befürworterinnen und Befürworter der Abschaffung steht dagegen die längere Sicht im Vordergrund: Eine Regulierung könnte die soziale Absicherung von Beschäftigten verbessern und ihre Rentenansprüche stärken. Ökonomen weisen jedoch darauf hin, dass ein zu radikaler Einschnitt die Flexibilität von Nebenverdiensten vermindert und gerade vulnerable Gruppen trifft.

Ausblick

Ob die Reform den erhofften sozialen Fortschritt bringt oder die Lebenslagen von Millionen Menschen verschlechtert, bleibt ungewiss. Entscheidend wird sein, wie Regelungen ausgestaltet werden und welche Übergangsfristen und Ausnahmen beschlossen werden, um einen geordneten Wandel zu ermöglichen, ohne den informellen Sektor zu stärken.

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